Wirtschaftswachstum

Die Schweiz wird älter

Der Anteil der über 65-jährigen Menschen in der Schweiz wird in Zukunft wachsen. Gleichzeitig sinkt der Anteil von Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre). Was dies für die Wirtschaftsentwicklung bedeutet, zeigen Studien im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco).

jy. Die Bevölkerungsalterung korrelierte in der Vergangenheit negativ mit dem Wohlstandsniveau und der Arbeitsproduktivität. Man kann deshalb davon ausgehen, dass der demografische Wandel das Wirtschaftswachstum in der Schweiz in den nächsten Jahrzehnten dämpfen wird. Gemäss Berechnungen schwächt sich das BIP-Wachstum pro Kopf zwischen 2021 und 2065 durchschnittlich um knapp 0.3 Prozentpunkte pro Jahr ab. Im Jahr 2065 wird das BIP pro Kopf-Niveau rund 11 Prozent tiefer liegen als heute.  

In Zukunft bleibt aber vermutlich nicht alles beim Alten. Die zukünftigen älteren Menschen unterscheiden sich wahrscheinlich von den bisherigen älteren Menschen. Vielleicht sind sie gesünder, leistungsfähiger, gebildeter und können besser mit IT umgehen. Vielleicht wollen sie auch gerne mehr und länger arbeiten. Die Vergangenheit eignet sich deshalb nur bedingt für Zukunftsprognosen.

Erhöhung des Rentenalters hilft am meisten

Die stärkste Verringerung der demografisch bedingten Wachstumsabschwächung bietet eine Erhöhung des Rentenalters. Wenn das Rentenalter um zwei Jahre erhöht wird, kann der demografische Effekt auf das BIP pro Kopf bis zum Jahr 2065 um rund ein Fünftel abgefedert werden.

Es reicht aber nicht, wenn ältere Menschen länger arbeiten. Sie müssen auch fit und fähig sein. Deshalb sind Massnahmen wichtig, die die Qualifikationen und gesundheitliche Fitness aufrechterhalten. Positive Effekte haben auch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine höhere Zuwanderung.

Wichtig für die Zukunft der Schweiz sind Investitionen und der technologische Fortschritt. Eine Kombination verschiedener Massnahmen kann die negativen Effekte des demografischen Wandels bessern abfedern als der Fokus auf nur einen einzelnen Aspekt.

Mehr Medikamente, weniger Autos

Die Alterung der Gesellschaft in der Schweiz und im Ausland wird sich auf die Branchenstruktur der Schweizer Volkswirtschaft auswirken. Die meisten Branchen dürften aber nur leicht von der Alterung betroffen sein.

Positive Auswirkungen hat die Alterung vor allem auf das Gesundheitswesen, Heime, das Sozialwesen und die Pharmabranche. Negativ von der Alterung betroffen sind insbesondere der Auto- und Detailhandel, das Grundstücks- und Wohnungswesen, der Grosshandel und Finanzdienstleistungen.