Schweizer Personalvorsorge 05/19

Do ut des

Die alten Römer waren nicht sehr religiös. Ihr Glauben funktionierte nach einem pragmatischen Leitspruch: Ich gebe dir, damit du mir gibst. Lateinisch heisst das Prinzip do ut des. So wurde den Göttern bei Bedarf geopfert, um als Gegenleistung Beistand zu erhalten. Bei Liebeskummer eine Gabe für die Venus, vor dem Kriegszug ein Opfer für Mars. Nützt es nicht, so schadet es nicht.

Eine kollektive Vorsorge kannten die Menschen im alten Rom natürlich nicht. Das Sparen war völlig individuell. Davon zeugen die Hortschätze, die von ihrem Besitzer versteckt wurden – und 2000 Jahre später ausgegraben werden. Archäologen können nur mutmassen, warum einst ein Söldner seinen Reichtum nicht eingelöst hat. Vielleicht ging seine letzte Schlacht verloren oder er hat den Schatz schlicht vergessen.

Die Berufswelt war im alten Rom rustikaler als heute. Die römischen Ackerbauern huldigten der Ceres und erbaten sich beim Säen mit ein paar Körnchen die Gunst Saturns. Die niederen Arbeiten schliesslich wurden vorab von ausländischen Sklaven geleistet. Auch das war aus Sicht der Gutsherren recht praktisch, da sich ein ausgefeilter Vorsorgeplan erübrigte.

Für diese Ausgabe hat sich die Redaktion mit der Rolle der Arbeitgeber und der Unternehmen beschäftigt. Dabei haben wir uns an die römische Devise gehalten und versucht, die mitunter kryptisch anmutende Materie auszudeutschen. Auch dem Merkur liessen wir einen kleinen Obolus zukommen, damit sich die Lektüre für Sie auszahlen möge.

Inhaltsverzeichnis

 

Blick ins Heft

Die Arbeitgeber bekennen sich zu einer starken 2. Säule

Für die Zukunft der beruflichen Vorsorge wird entscheidend sein, die Parameter dem demografischen Wandel und den veränderten ­gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anforderungen anzupassen. Dann stehen die Chancen gut, dass die Arbeitgeber weiterhin auf 
die 2. Säule bauen.

Zurück zur harten Kostenrealität

Die in der Schweiz niedergelassenen internationalen Grossfirmen bekennen sich klar zur Vorsorge und nutzen sie als Human-
Resources(HR)-Tool, aber die anwendbaren Rechnungslegungs­vorschriften sind ­ihnen dabei im Wege.

Rechnungslegung: Hartnäckige Schauermärchen

Eine Untersuchung mit Daten aus der Swisscanto Pensionskassenstudie 2018 zeigt den Einfluss der internationalen Rechnungslegungsnormen auf die Schweizer Pensionskassen. Das Ergebnis der Studie überrascht.