Schweizer Personalvorsorge 01/20

Eiszeit

Vor fünf Jahren ist wohl so manchem Anleger und Sparer das Blut in den Adern gefroren, als die Schweizerische Nationalbank die Negativzinsen eingeführt hat. Seither hatten wir etwas Zeit, uns an die Kälte respektive das weiterhin ­insgesamt tiefe Zinsniveau zu gewöhnen. Dennoch scheint es immer noch eine verkehrte Welt zu sein, wenn auf grösseren Liquiditätsbeständen Negativzinsen erhoben statt Zinsen ausgerichtet werden. Selbst die Zürcher Kantonalbank ­belastet seit Dezember 0.75 Prozent auf Guthaben über 100 000 Franken.

Auch die Pensionskassen müssen sich ans frostige Umfeld anpassen. Im ­Akzentteil dieser Ausgabe erfahren Sie ab Seite 23, wie es dazu kam und was die Kassen auf Passiv- und Aktivseite unternommen haben, um die ­finanzielle Sicherheit auch für die Zukunft zu gewährleisten.

Allen Sorgen rund um das tiefe Zinsniveau zum Trotz hat sich das Jahr 2019 mit Renditen um 10 Prozent als sehr erfreulich erwiesen. Das hat vielen Kassen erlaubt, das Altersguthaben der aktiven Versicherten mit deutlich über 2 Prozent zu verzinsen. Hoffen wir, dass die Kapitalmärkte auch im Jahr 2020 gut aufgelegt sind und der Mindestzinssatz in Höhe von 1 Prozent nicht zur Hypothek wird.

Inhaltsverzeichnis

 

Blick ins Heft

Strukturprobleme belasten die Vorsorge mehr als Negativzinsen

Die Schweizerische Nationalbank hat primär für Preisstabilität zu sorgen. Um dies zu erreichen, hat sie vor fünf Jahren die Zinsen unter null ­gesenkt. Die Tendenz zu tiefen Zinsen besteht allerdings schon länger. 

Abwärtstrend bei Zins- und Umwandlungssätzen

Das mehrjährige Tiefzinsumfeld hat auf der Passivseite der Vorsorge­einrichtungen deutliche Spuren hinterlassen. Die Zinssätze der beruflichen Vorsorge sind stark gesunken. Einige Vorsorgeeinrichtungen suchen daher alternative Lösungen.

Zwickmühle zwischen sicherem Verlust und riskanteren Anlagen

Liquidität wird negativ verzinst und Obligationen bringen auch kaum Zinseinnahmen. Daher sind Pensionskassen gezwungen, vermehrt in ­andere, risikoreichere Anlagen zu investieren. Allerdings setzen hier die Risikofähigkeit und -bereitschaft Grenzen.