Schweizer Sozialversicherung 01/19

(Un)klare Verhältnisse

Die Zusammenarbeit der Schweiz mit der EU ist eine komplizierte Angelegenheit. Anfang Dezember 2018 hat der Bundesrat das Rahmenabkommen mit der EU in die Konsultation geschickt, diese soll bis zum Frühling dauern. Doch was dann? Die EU hat signalisiert, dass für sie die Verhandlungen abgeschlossen sind, doch aus Schweizersicht gibt es noch Diskussionsbedarf. Solange allerdings unklar ist, wie die Zusammenarbeit mit der EU in Zukunft aussieht, stützen wir uns auf geltendes Recht und bestehende Abkommen. Dazu gehören auch jene zur Personenfreizügigkeit und die Verordnungen, welche die Sozialversicherungen koordinieren.

Im Fokusteil ab Seite 26 des vorliegenden Hefts befassen wir uns mit einem Teilbereich: Der Versicherung von Grenzgängern aus unseren Nachbarstaaten, die in der Schweiz arbeiten.

Nicht nur im grenzüberschreitenden Rahmen gibt es viel zu klären. Auch im Inland sind Politiker und Verwaltung im neuen Jahr mit einigen Veränderungen beschäft igt. Die Reform der Ergänzungsleistungen steht genau wie jene der Invalidenversicherung kurz davor, vom Parlament abgeschlossen zu werden. Der AHV-Steuerdeal kommt aller Voraussicht nach noch im Frühling vors Volk. Und auch im Gesundheitswesen hat das Departement Berset noch einiges vor. Die Qualität soll gesichert und das Kostenwachstum gebremst werden. Ob das gelingt? Denn komplexe Fragestellungen führen häufi g auch zu komplizierten Lösungen, die wiederum nicht alle Beteiligten mittragen wollen.

Inhaltsverzeichnis

Blick ins Heft

Ohne Grenzgänger läuft nichts

Gertrud Bollier

Wer im Ausland wohnt und in der Schweiz arbeitet, ist ein Grenzgänger. Neben Fragen zu Aufenthaltsbewilligung, Arbeitserlaubnis oder Steuern ist auch die Unterstellung unter die Sozialversicherungen von grosser Bedeutung.

Die Qual der Wahl

Daniel Lorenz

Grenzgänger können sich an ihrem Arbeits- oder Wohnort versichern. Zudem stehen ihnen Behandlungen nach örtlichem Recht zu, auch wenn bestimmte Leistungen nach KVG nicht vergütet würden.